Ich mag alle Jahreszeiten. Aber heuer erscheint mir die Zeit um die Sommersonnenwende besonders intensiv und kraftvoll. Die langen Tage mit den vielen Sonnenstunden, die das Element des Feuers verkörpern, waren in diesem Frühjahr sehr zahlreich. Ohne Sonne wäre kein Leben möglich und doch trägt sie auch die Kraft der Vernichtung in sich. Kommen wir ihr zu nahe, verbrennen wir uns, gehen wir zu weit weg, werden wir in der Kälte und Dunkelheit der Nacht erfrieren. Der Gegenpol des Feuers ist das Wasser. Es kühlt uns und verhindert, dass die Erde austrocknet. In der Welt der Elemente steht das Wasser für Intuition, Visionen und unsere Gefühlswelt. Es ist voller Mystik und nicht wirklich greifbar. Wir brauchen viel Vertrauen und Mut, um uns darauf einzulassen. Haben wir nicht genug Tatkraft in uns, um Dinge umzusetzen, verlieren wir uns in Träumereien.

Sonnengott und Mondgöttin – Feuer und Wasser

Wie in der Natur, so braucht es auch in uns auf allen Ebenen immer wieder den Ausgleich von Hitze und Kälte. Die Vereinigung des Sonnengottes und der Mondgöttin erreicht zur Sommersonnenwende ihren Höhepunkt und wechselt von einem Pol zum anderen. Es ist ein Wendepunkt und die Pflanzen, die bisher in die Höhe gewachsen sind, konzentrieren sich jetzt auf ihre Früchte und breiten sich mehr aus.

Der Wendepunkt – Was lasse ich los und wie gehe ich weiter?

In meiner Ritualfeier zur Sommersonnenwende war heuer das Thema „Alte Erfahrungen loslassen“ im Mittelpunkt. Wie oft verbinden wir uns mit alten Erfahrungen, Leid und Schmerz und identifizieren uns damit? Halten an der Vergangenheit fest und uns selber davon ab, im Leben weiter zu gehen. Lassen uns regieren von der Angst, dass es uns wieder passiert: wir abgelehnt werden, nicht gut genug sind oder verletzt werden. Doch die alten Geschichten sind vorbei. Wir sind heute erwachsene Menschen, die selbst bestimmen können wie und wo es weiter geht.

Wir können unser Licht an vielen Flammen neu entzünden.

Das Ritual: Nimm dir eine Kerze und stell dir vor, sie ist dein Körper. Entzünde sie und gehe in Verbindung mit der Flamme. Gehe zurück in die Vergangenheit zu einer Erfahrung, die du immer noch festhältst. Ein Erlebnis oder ein Gefühl, das du benutzt um nicht in deine volle Kraft zu kommen. Wenn du es klar vor Augen hast, dann geh und suche einen Platz für dein Licht, stelle es ab und gehe weg. Es wird immer zu dir gehören, aber du entscheidest dich jetzt, dass es nicht mehr deinen weiteren Weg bestimmt.

Wie fühlst du dich ohne den alten Ballast?

Schreibe alles auf, das dir in den Sinn kommt. Was du in Zukunft in dein Leben holst und wie du dich fühlen wirst. Es kann sein, dass sich die Freude oder das Gefühl der Leichtigkeit gleich einstellt. Manchmal passiert es auch, dass wir traurig sind, weil wir uns alleine, fast nackt fühlen ohne unseren alten Rucksack, der uns so lange begleitet hat. Wenn du soweit bist, kannst du die Kerze ausblasen.  Halte einen Moment inne und dann zünde sie erneut an. Aber dieses mal mit der Intension, wie du ab jetzt leben wirst und dem neuen Gefühl, das dich in Zukunft begleiten wird.

Der Wendepunkt!

Entscheide selbst, welches Feuer in dir brennt. Das Feuer der Vernichtung oder das Feuer der Freude und der Lebenslust.