„Lach doch mal!“ – auch wenn’s gerade nicht so gut läuft!

Lachen ist gesund! Das hast du doch bestimmt schon mal gehört und wahrscheinlich auch schon mal am eigenen Leib erfahren. Wenn etwas nicht so gut läuft und du es schaffst, die Situation mit Humor zu betrachten, dann nimmt das dem Ganzen die Schwere und öffnet den Blickwinkel für Lösungen.

Du meinst für kleine, selbst gemachte Problemchen, kann das ja zutreffen, aber was ist mit den großen Katastrophen, wie Liebeskummer, der ganz schön weh tun und Existenzängste hervorrufen kann? Gar nicht zu sprechen von schweren Krankheiten, Unfällen, Schicksalsschläger oder Todesfällen.

Zudem gibt es Stimmen, die behaupten, es wäre keinesfalls authentisch, wenn du lachst, obwohl dir zum Heulen ist. Und glaubt man all den Sprüchen in Sachen Selbstverwirklichung ist Authentizität doch das Wundermittel für ein glückliches, selbst bestimmtes Leben. Außerdem ist es doch ungesund, Gefühle zu unterdrücken. Oder jetzt doch nicht?

In welchen Situationen ist es also angebracht, dir zu empfehlen, einfach mal zu lachen, damit es dir besser geht? Entscheide selbst. Ich bin mir ja schon lange nicht mehr sicher, wie viel Heulen tatsächlich hilfreich ist, und wann es an Selbstsabotage grenzt.

Jemandem, der gerade durch eine schwere Zeit geht, vorzuschlagen, er solle lachen, grenzt an Pietätlosigkeit und ist vollkommen daneben? Nein, ich glaube nur für jemanden, der Lachen ausschließlich mit lustig und Spaß in Verbindung bringt. Aber darum geht es mir hier nicht. Ich spreche von einem Lachen, das eine Lebenseinstellung ausdrückt. Ein tief verankertes Gefühl von Lebensfreude, das auch in den schlimmsten Situationen für das Gute im Leben empfänglich ist.

„Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“

Charlie Chaplin

Heute morgen habe ich einen kurzen Bericht über eine wissenschaftliche Studie gelesen, in der man den Zusammenhang von Gesichtsausdruck und Gefühlen untersucht hat. Es ging dabei um Menschen, die aufgrund einer Botox Behandlung die Stirn nicht mehr in Falten legen können und dadurch negative Gefühle nicht mehr so intensiv spüren. Würde andersherum bedeuten, dass Sorgenfalten und hängende Mundwinkel auf unser Leid wie ein Verstärker wirken.

Gibt es also eine direkte Pipeline von unserem Gesichtsausdruck zu unserer Gefühlswelt, die in der Lage ist, die Gedanken zu umgehen, die eine Abwärtsspirale von negativen Emotionen auslösen und statt dessen unsere Stimmung tatsächlich aufhellen?

Ja, je länger ich darüber nachdenke und auf meine eigenen Erfahrungen zurückblicke, umso wahrscheinlicher erscheint es mir. Ich spreche nicht davon, nicht mehr traurig zu sein. Aber ich glaube, dass wir diese Traurigkeit aus einem anderen Blickwinkel betrachten sollten.

Und wieder fällt mir dazu der von mir sehr gerne wiederholte Satz ein: „Nichts hat eine Bedeutung, bis wir ihm eine geben.“ Es liegt eine große Gelassenheit darin. Die Erlaubnis negative Gefühle zu haben und diese aber nicht zu meiner absoluten Wahrheit werden zu lassen. Die Möglichkeit, ein unangenehmes Gefühl zu verlassen und eines zu wählen, das meine Stimmung etwas aufhellt. Zumindest könntest du versuchen einem „ach, ich bin so traurig, so alleine, so wütend, so ärgerlich, so irgendwas“ einen Nebensatz hinzuzufügen.

Das Lächeln ist ein Licht, das sich im Fenster eines Gesichtes zeigt, und anzeigt, dass das Herz daheim ist.

unbekannt

Du könntest die Option in Erwägung ziehen, dass jedes dieser Gefühle auch eine andere Seite hat. Traurigkeit trägt die Erinnerung in sich, dass du etwas verloren hast, was dir sehr wichtig war. Dann schicke doch mal ein dankbares Lächeln in die Vergangenheit. Ärgerst du dich über etwas, weist das meist darauf hin, dass du an dir selbst etwas nicht magst, und deshalb einen Blitzableiter brauchst. Ein Schmunzeln über sich selbst wirkt da oft Wunder!

Negative Gefühle sind nicht lustig, aber ich kann sie trotzdem mit einem Lächeln willkommen heißen, weil sie auch Bestandteil des Lebens sind.

Ich weiß, ich bewege mich mit dieser Haltung auf dünnem Eis. Aber versuch’s doch mal wenigstens. Was könnte denn passieren, außer dass dir das Leben unter Umständen in einer nicht ganz so schönen Situation nicht gar so düster erscheint?

Und ganz nebenbei gibt es neben den gesundheitlichen Aspekten noch viele andere gute Gründe einfach mal zu lachen:

  • Lachen macht unweigerlich schön, oder etwa nicht?
  • Lachen ist attraktiv! Ist es dir noch nie passiert, dass du ein Lächeln ausgesendet hast und es dir auf wundervolle Weise zurück geschenkt wurde?
  • Lachen entspannt. Von den Stirnfalten bis zu Nacken- und Schulterverspannungen, alles wird leichter!
  • Lachen öffnet dein Herz für neue Ideen
  • Lachen bricht das Eis und schafft Nähe
  • Lachen erhöht deine Energie.

Worauf wartest du also noch: Bitte lächeln! Hier jetzt, sofort!