Nachdem ich von meiner einjährigen Weltreise zurück gekehrt bin, wurde ich oft gefragt, wo denn meine Heimat sei. Ich konnte die Frage nicht wirklich klar beantworten und musste feststellen, dass ich es einfach nicht wusste.

Die einen sagen, Heimat ist dort, wo deine Wurzeln sind. Doch das kann ich so auch nicht bestätigen, weil ich mich zum Beispiel auf der Kanalinsel Jersey sehr heimisch gefühlt habe. Klar fühlt sich die Umgebung, in der man aufgewachsen ist, vertraut an. Aber Heimat ist doch mehr, oder? Dann hörte ich Menschen sagen, man muss Heimat in sich finden. Darauf konnte ich zumindest sagen: „Ja, hört sich gut an,“ und hatte auch eine Idee davon, was sie meinten. Aber wirklich greifen, konnte ich auch das nicht.

Nach langem ergebnislosem Grübeln blieb mir nichts anderes, als die Frage zu verändern:

Nicht „Wo ist meine Heimat“ sondern „Was brauche ich, um mich daheim zu fühlen?“ half mir auf die Sprünge.

Ich brauche Sicherheit!

Und was genau bedeutet denn das jetzt wieder?

Sicherheit, dass ich nicht ausgeraubt werde? Sicherheit, dass ich weiß, wo ich meinen Lieblingskuchen kaufen kann und wo die beste Pizza? Oder vielleicht auch die Sicherheit, dass die Leute die Sprache verstehen, die ich spreche?

Nein, was mir Sicherheit gibt, sind Orte und Menschen, bei denen ich die sein kann, die ich bin.

Es ist kein einsames Gefühl, sondern ein Gefühl der Verbundenheit und des mich vollkommen fallen lassen könnens. Ein blindes Vertrauen, dass ich gehalten und getragen bin und mich auch vollkommen schenken darf, mit allem, was ich zu geben habe.

Wo also finde ich Heimat? In der Natur, beim Tanzen, beim Malen und bei Menschen, die keine Angst haben vor ihrer eigenen Verletzlichkeit, die sich kennen wollen und sich das Leben in allen Facetten erlauben wollen.

Und das schönste an dieser Erkenntnis … ich möchte auch so ein Mensch sein, bei dem andere Heimat finden!

Deine Annemarie